Tag 5 – 23.08.2026
Mit Ausnahme von 3 Pilgern – die lange wach blieben und ordentlich Wein tranken – sind die anderen etwa 16 Pilger bereits um 6 Uhr aufgestanden, weshalb es ein gutes Durcheinander gab. Die ersten Pilger sind aufgebrochen, während ich in Ruhe meine Tasche gepackt habe. Motivierter und auch frischer ging es los. Die ersten Kilometer kam ich gut und schnell voran. Die ersten Pilger aus der letzten Herberge hatte ich bald überholt. Kurz darauf, bei einer kleinen Pause, holten zwei mich dann wieder ein. Ein Mann aus Hamburg, eine Frau aus Pinneberg. Wir kamen zwanglos ins Gespräch und hielten etwas Smalltalk. Ich bin bald darauf alleine weitergezogen. Mein Fortschritt für den Tag war gut, aber die Motivation ließ mehr und mehr nach.

Ich lief durch grüne Berge. Viel mehr hatte die Aussicht auch nicht zu bieten. Und die Temperatur kletterte nach oben. Ein Blick auf das Handy verriet mir: 33°. Die Sonne stand hoch, weswegen es kaum schattige Plätze zum Ausruhen gab. Dazu kam noch, dass es der bis zu dem Zeitpunkt höchste Punkt war, an dem ich lief. Und ein weiteres, großes Problem folgte noch. Ich war mit 1,5 l Wasser in den Tag gestartet. Der erste Liter war bei der Hitze schnell getrunken und unterwegs habe ich auch keine Möglichkeit entdeckt, das Wasser aufzufüllen. So musste ich mir den Rest gut einteilen.

Als ich mein Tagesziel – Markina-Xemein – erreicht hatte, war ich bereits leicht am Dehydrieren. Mein Mund war trocken und ich fühlte mich schlapp und müde. Beim Ortseingang stand eine – wie ich später erfahren habe – sehr schöne und interessante Kirche. Außerhalb gab es einen kleinen Trinkbrunnen. Voller Vorfreude drückte ich auf den Knopf und wartete, dass das Wasser kommt … Aber es passierte nichts. Also ging die Suche weiter. Auf einem Sonntag. Das war kein einfaches Unterfangen. Schließlich rettete ich mich in ein Restaurant und bestellte direkt eine 1,5-l-Flasche Wasser. Der erste Liter war auch dieses Mal schnell getrunken. Danach ging es in die Herberge. Einem alten Kloster im Dorf. Hier traf ich zufällig auf einige inzwischen bekannte Gesichter.
