Tag 4 – 22.08.2026

Die Nacht auf dem Campingplatz war sehr kurz und unentspannt, weswegen ich übermüdet in den Tag gestartet bin. Mein Begleiter und ich mussten morgens im Ort noch darauf warten, dass wir uns etwas zum Essen organisieren konnten. Den ersten Teil der Etappe lief ich mit meinem Begleiter, aber bald darauf trennten sich – zumindest vorerst – unsere Wege. Ich habe im Vorfeld schon davon gehört, dass man sich häufiger trifft auf dem Weg. Jeder läuft zwar sein eigenes Tempo, aber trotzdem ist man ja auf demselben Weg. Und wenn man an einem Tag weniger läuft, holen die anderen das schnell wieder auf. Und umgekehrt.

Meine Beine fühlten sich vom Vortag noch schwer an. Die Füße schmerzten und 2 Blasen an den Zehen taten ihr Übriges dazu. Dies kombiniert mit der Müdigkeit führte dazu, dass ich sehr unmotiviert war und mich immer wieder überwinden musste, weiterzulaufen. Das sonnige Wetter konnte daran auch nichts ändern. Das Ziel war Deba und 15 km entfernt. Auf der Strecke lag der kleine Ort Itziar auf einem Berg. Aus einer kurzen Pause wurde eine zweistündige Rast. Ich habe das warme Wetter und die Ruhe genossen. Das machte den Schlafmangel etwas wett. Mit neugewonnener Kraft ging es weiter nach Deba, wo ich bereits um 14:30 Uhr ankam. Deba ist ein netter, schöner Ort mit einem großen Strand. Eigentlich genau das Richtige, um den Tag ausklingen zu lassen.

Mit dem Wissen, dass am nächsten Tag viele Höhenmeter auf mich warten, entschied ich mich trotz mangelnder Lust, weitere 4 km zu pilgern, und ich reservierte mir eine Unterkunft. Dort angekommen, sehnte ich mich doch etwas zurück nach Deba. Es war ein altes Melkhaus. Eine kleine Gruppe saß vor dem Eingang und unterhielt sich laut auf Deutsch. Zum Glück gab es genug Möglichkeiten, sich zurückzuziehen. Positiv zu erwähnen ist hier aber definitiv das Essen. Es gab eine große Portion Salat vorweg und Kartoffelspalten und Hähnchenschenkel zum Abendessen. Dazu noch eine Tüte mit einem üppigen Frühstück für den nächsten Tag. Insgesamt verlief der Tag also endlich mal ruhig und es gibt gar nicht viel zu schreiben.