Tag 9 und 10 – 27. und 28.08.2026

Tag 9 – 27.08.2026

An diesem Tag stand nur eine kurze Tour auf dem Programm. Durch die Berge ging es in die an Bilbao angrenzende Stadt Bakaralda. Durch die kurze Etappe konnte ich noch einmal etwas länger liegen bleiben. Bei dieser Etappe hat mich die Australierin begleitet. Den Zielort hatten wir bereits am frühen Nachmittag erreicht. Nach dem Frischmachen ging es dann etwas in die Stadt und zum Essen. In den Abendstunden spielten wir noch Karten. Es war ein angenehmer Tag, um nach einem Tag Pause wieder zu starten. An diesem Tag ist zwar nicht viel passiert, aber ich hatte viele schöne Gespräche, die in Erinnerung bleiben werden.

Tag 10 – 28.08.2026

Am Morgen gab es ein schnelles Frühstück und dann ging es auf nach Pobeña – einen kleinen Ort am Meer. Es war mit Sicherheit nicht die schönste Route des Jakobswegs und ich habe sie zumindest teilweise ausgelassen. Die originale Route führte durch ein großes Industriegebiet. Im Vorfeld hatte ich bereits davon gelesen. Ein Grund, der genannt wurde, dieses Stück nicht zu überspringen, war die Möglichkeit, über die Abhängigkeit von der Industrie nachzudenken. Zu meiner Stimmung passte die industrielle Umgebung aber überhaupt nicht, weshalb ich sie umging und lieber die Natur genoss.

Erst am Vortag habe ich gelernt, dass eine Biene unter die Staubblätter der blauen Passionsblume krabbelt und somit die Pollen am Rücken aufnimmt. (Ohne Garantie, dass ich alles richtig verstanden habe.)

Auch diese Etappe war nicht lang und dadurch kam es dazu, dass ich an diesem Tag viele neue Gesichter getroffen habe. Die Menschen der letzten Tage waren weitergezogen. Und so ging das Kennenlernen von vorne los. Einer der anderen Pilger meinte später beim gemeinsamen Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant, dass mit neuen Leuten immer neue Chancen einhergehen. Und ich muss sagen, dass das erneute Verlassen meiner Komfortzone immer leichter wird.

Die Herberge war aber auch ein interessantes Highlight. Die Hostelarin, die schon einige Jahre älter war, war sehr bemüht, aber die Abläufe dauerten sehr lang. Sie plauderte mit einigen der Pilger, moserte über die fehlenden Sprachkenntnisse und sprach selber kein Wort Englisch. Das Gebäude wurde um 10 Uhr abgeschlossen und um 6 Uhr morgens ging das Licht an.