Tag 3 – 21.08.2026

Ich bin aufgewacht! Welch ein Glück. Die Zeit in der Herberge verlief nicht ganz wie die anderen Tage. In den ersten zwei Nächten habe ich bereits festgestellt, dass viele – egal ob jung oder alt – viel Zeit am Handy verbringen. Die „Gemeinschaft“ macht ihrem Namen alle Ehre und sie legten Wert auf ein gemeinsames Abendessen und Frühstück. Die Tatsache als solche war daher ganz nett. So kam man mit anderen Menschen an einen Tisch und es entwickelten sich dort die ein oder anderen Gespräche. Ich saß an einem Tisch mit 2 Deutschen, 2 Schweizern, 3 Italienern und einem Dänen. Ohne, dass die Gespräche einen spirituellen oder ähnlichen Hintergrund hatten, war es ein interessanter und geselliger Abend.

Die Nacht war recht kühl und zeitweise regnetw es auch noch. Am Morgen ging es dann aber nach einem kurzen, sehr süßen Frühstück für mich auf dem Jakobsweg weiter. Das Wetter schien mitzuspielen und so war ich ziemlich motiviert. Die ersten Kilometer, die ich am Vortag nicht geschafft hatte, hatte ich schnell abgearbeitet. In der Kleinstadt Orio war es gemütlich und ich lief den drei Italienern wieder über den Weg. Nach einer kurzen Trinkpause und einem kleinen Stopp im Supermarkt machte ich mich auf den Weg nach Zarautz. Wenige Kilometer hinter der Stadt zog der Himmel wieder zu und das Wetter war wieder wie am Vortag. Obwohl mir der Regen ins Gesicht peitschte, waren die nächsten Kilometer bis Zarautz gut zu bewältigen. Kurz hinter der Stadtgrenze holte ich dann fast den dänischen Pilger vom Vortag ein. Ich hatte mich bereits in der Unterkunft ein bisschen mit ihm unterhalten. Er blieb auf der Suche nach Schutz vor dem Wetter bei einem Café stehen. Wir kamen wieder kurz ins Gespräch und entschlossen uns, einen Kaffee zu trinken und das Wetter abzuwarten.

Und der Regen ließ tatsächlich etwas nach und wir liefen weiter. Die Freude war allerdings nur von kurzer Dauer und der nächste Schauer bahnte sich kurz darauf an. Ohne groß darüber zu sprechen, gingen wir den Weg gemeinsam weiter. Die letzten Tage habe ich das Alleinsein genossen. Aber das war eine angenehme Abwechslung. Wir haben uns viel und über verschiedene Themen unterhalten. Aber wir hatten trotzdem viel Zeit, um in uns selbst zu gehen. Unterhaltsam und gleichzeitig schweigsam beschreibt den Tag am besten. So verging die Zeit recht schnell. Das Wetter blieb wechselhaft. Und so verlief der Nachmittag eigentlich ereignislos. Am späten Nachmittag erreichten wir unser Tagesziel Zumaia.
Es gab zwei mögliche Unterkünfte. Eine Herberge in einem alten Kloster und eine in der Kapelle etwas außerhalb der Stadt. Eine Pilgerin, die ebenfalls in der Herberge der letzten Nacht war, begegnete uns kurz vor dem alten Kloster. Sie wirkte etwas ratlos. Sie wollte ebenfalls im alten Kloster übernachten. Diese bietet aber seit einiger Zeit keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr an. Unsere Option, die Kapelle, war nicht zu erreichen. Also standen wir ohne Unterkunft da. Schon wieder. In den letzten sind anscheinend einige Unterkünfte aus verschiedenen Gründen von der Bildfläche verschwunden. Schade, dass in den einzelnen Orten keine neuen Möglichkeiten entstanden sind.

Für Pilger stellt die Touristeninformation immer eine weitere Anlaufstelle dar. Dies war unsere letzte Hoffnung, nicht wieder einige Kilometer zurücklaufen zu müssen. Diese konnte uns „glücklicherweise“ an einen Campingplatz vermitteln, bei dem wir uns auch ein Zelt leihen konnten. So hatten wir zumindest ein Dach über dem Kopf und konnten uns duschen.