Tag 17 – 04.09.2026
Der nächste Morgen in der Ferienwohnung begann ruhig. Wesentlich ruhiger als die Morgen in den Herbergen. Für ein kleines Frühstück gingen wir in den Ort, danach ging es dann weiter mit dem Camino. Mit San Vicente stand ein Ort am Meer und mit einem schönen Strand auf dem Programm. Die Etappe sollte recht kurz sein und ich wollte mich etwas erholen. Meine Begleitung für den Tag wollte dort gerne surfen.
Am Meer angekommen kehrte doch recht schnell Ernüchterung ein. Das Wetter war nicht so gut, wie am Tag zuvor vorhergesagt. An den Stränden wurden zudem mehrere Exemplare der Portugiesischen Galeere angeschwemmt. Eine giftige Quallenart, deren Tentakeln eine Länge von bis zu 50 Metern erreichen können. Bereits Anfang August gab es an den Stränden Nordspaniens ein größeres Problem mit der Qualle und viele Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden. Ins Wasser zu gehen, war also keine Option mehr. Wir trafen uns dann spontan mit zwei Pilgern, mit denen wir bereits am Vorabend essen gegangen waren, auf einen Kaffee.

Wir standen jetzt vor der Entscheidung, weiterzulaufen oder zu bleiben. Da es noch recht früh war und der Ort nett, aber nicht wirklich besonders war, gingen wir weiter nach Colombres. Auf der weiteren Strecke gab es einige Höhenmeter zu bewältigen und meine Kraft ließ immer mehr nach. Ich hatte bereits eine Unterkunft im Ort davor im Auge, ließ mich aber mitreißen.

In der Unterkunft in Colombres angekommen, gab es erstmal einen kleinen Schock. Die Unterkunft war teilweise schon heruntergekommen. In dem Waschraum stand das Wasser, die äußere Scheibe der Doppelverglasung war eingeschlagen, wodurch sie nicht mehr die Privatsphäre bot, wie es einst vorgesehen war. Aber in dem Ort trafen wir auch wieder auf alte Bekannte. Wir tranken ein paar Bier und mein Kompagnon vom Tag und ich gingen zum Mexikaner etwas essen. Eine nette Location mit leckerem und scharfem Essen. Den Abend haben wir und ein paar andere dann bei zwei weiteren Bierchen ausklingen lassen.
