Tag 20 – 07.09.2026

Ich bin früh wach geworden und so startete ich um kurz vor 6. Es war noch dunkel, während ich einen langen Weg entlanglief. Viel sehen konnte ich zwar nicht, aber ich konnte die Grillen ihr Lied spielen hören und dazu das Rauschen des Meeres.
An diesem Tag bin ich nicht dem Jakobsweg gefolgt, sondern habe eine alternative Route genommen, die Teil des E9-Wanderwegs ist. Der Weg führte entlang steiler Klippen, die einen atemberaubenden Anblick boten. Auf der einen Seite konnte man das Meer mit den Klippen und dem blauen Himmel bewundern. Wenn man sich gedreht hat, kamen Bäume und Büsche ins Sichtfeld. Und direkt hinter einem erhoben sich massive Berge, in denen die Wolken hängen blieben. Ein für mich bis dato einzigartiges Panorama.

Auf dem Weg habe ich dann einen Niederländer und einen Briten getroffen. Beides sehr nette und sympathische Leute. Wir liefen eine Weile zusammen und unterhielten uns vor allem über die Arbeit und was uns dabei wichtig ist. Unsere gemeinsame Reise musste ich aber leider abbrechen, da ich 6 km vor dem Ende der Etappe eine tiefe, großflächige Blase bekam, die ich erst versorgen musste. Aber nicht nur ich war von Beschwerden geplagt. Im nur 1 km entfernten Ort traf ich einen der Wegbegleiter der letzten Tage. Er hatte vorher schon Probleme mit seinen Füßen und bekam dann zusätzlich Wasser in die Beine. Er stoppte in dem Ort und ich ging die nächsten 5 km bis zur Herberge zu Fuß.

Auch dort traf ich alte Bekannte. Der Surferboy verbrachte dort seinen letzten Abend auf dem Camino und auch die beiden deutschen Frauen waren dort. Der Abend war dann noch sehr unterhaltsam und angenehm. Und einen neuen Freund habe ich auch gefunden. Leider konnten wir aber keine Kontaktdaten austauschen …