Tag 19 – 06.09.2026

Der Tag startete mit einem gemeinsamen Frühstück unter uns Pilgern. Die Stimmung war wie immer angenehm und locker. Bevor wir als Gruppe aufbrachen, wurden die letzten Sachen zusammengepackt. Es dauerte aber nicht lange und die zwei Ausreißer marschierten davon. Es gab keine Verabschiedung. Sie waren einfach weg. So kann es hier auch gehen. Und so ist es wahrscheinlich auch eher die Regel als die Ausnahme.


Der Tag führte uns wieder entlang der Küste. Auch wenn es auf dem Weg viele Abschnitte entlang der Küste gibt, so hat doch jeder seine eigene Besonderheit. An einer Stelle konnte man bereits am Vortag Gysiere sehen. Diese hatte ich allerdings verpasst. Doch auch auf diesem Abschnitt gab es einen. Das Wasser war allerdings nicht hoch genug, um in den vollen Genuss zu kommen. So blieb es bei einer beeindruckenden Geräuschkulisse und einem kleinen Wassernebel, den man beobachten konnte.



Der nächste größere Ort auf der Karte war dann Llanes. Wie an vielen anderen Orten zuvor war es auch dort sehr schön. Die Stadt ist gespickt von vielen alten Gebäuden und einer großen Mauer entlang der Küste. Am Mittag zogen dann aber Wolken auf und die Stadt ging in einem starken Schauer unter. Ich flüchtete in ein kleines Café. Nachdem der Himmel aufklarte, lief ich noch etwas durch die Stadt, bevor ich mich auf zum Nachbarort machte. Ich hatte mir dort ein Hostel gebucht, musste aber noch etwas Zeit totschlagen, bis ich einchecken konnte. So verbrachte ich etwas Zeit am Strand in der Nähe und im Ort. So schnell, wie die Menschen den Strand bei schlechtem Wetter verlassen, genauso schnell sind sie wieder zurück.


Im Hostel habe ich dann zwei bekannte Gesichter getroffen. Zwei Frauen, denen ich bereits mehrfach begegnet war. Wir verabredeten uns zu einem gemeinsamen Abendessen, was sich als gar nicht so leicht herausgestellt hat. Da in Spanien viele Küchen erst um 20 Uhr öffnen und es erst 18 Uhr war, tingelten wir von Restaurant zu Restaurant. Neben den Öffnungszeiten stellte sich ein knappes oder teures Angebot als weiteres Problem heraus. So verging noch einige Zeit, bis wir in einem Restaurant einkehrten, bei dem um 20 Uhr die Küche öffnete. Der Abend war trotz allem sehr unterhaltsam. Nur die beiden Frauen taten mir ein bisschen leid, da sie bereits einen langen Tag hinter sich hatten und noch ein paar Kilometer dazukamen.