Tag 12 – 30.08.2026

Nächster Tag, nächste Etappe. Oder so. Es ging weiter nach Loreda.

Vorher aber noch einmal kurz zum Vorabend. Nach dem Essen ging es zurück zur Unterkunft. Wir saßen noch lange zu fünft draußen, tranken „Yzaguirre Vermouth Reserva Rojo“ – einen spanischen Wermut – mit einem Stück Orange und unterhielten uns über alle möglichen Themen. Am Ende schliefen alle anderen im Haus, als wir reinkamen.

Nach einem kleinen Müsli zum Frühstück ging es wieder mal los. Wieder mal lässt man die Unterkunft zurück und kehrt abends in eine neue ein. Eine religiöse Unterkunft mit abendlichen Messen. Eigentlich ganz nett. Nur während der Messen bleibt die Unterkunft geschlossen. Ein Rausgehen war möglich, ein Reinkommen nur, wenn jemand zufällig die Tür öffnet. Also blieb ich dort, fühlte mich aber ein bisschen gefangen. Nachdem die Messe aber vorbei war, ging es mit der Gruppe der letzten Tage und zwei weiteren Pilgern zum Essen. Für dreien war dies der letzte Abend auf dem Camino, bevor sie wieder zurück in ihr normales Leben mussten.

Der Sonntag war für mich aber insgesamt ein Tag, an dem ich viel für mich selbst war. Dabei habe ich über Dankbarkeit nachgedacht. Über das Schätzen von kleinen Dingen und dass viele alltägliche Dinge eine größere Beachtung verdienen. Es ist schwer, es zu erfassen, in Worte zu fassen oder aufzuzählen. Aber ich bin für viele Dinge dankbar. Für die Menschen in meinem Leben. Für Chancen, die man bekommen hat. Für Erfahrungen, die ich gemacht habe und machen durfte. Und auch dafür, ein Dach über dem Kopf zu haben. Jeder weiß, dass es Menschen gibt, denen es schlechter geht. Doch die Dankbarkeit dafür, dass es einem besser geht, kommt doch häufig zu kurz.